Projekte

Supportivbehandlung

Plättchentransfusion bei krebskranken Kindern und Jugendlichen. Welche Faktoren beeinflussen den Anstieg der Plättchenzahl nach einer Plättchentransfusion? Zweite Etappe


Blutplättchen, in der Fachsprache Thrombozyten genannt, sind winzig kleine Blutzellen, die für eine normale Blutgerinnung unentbehrlich sind. Ihre Bildung findet im Knochenmark statt und ist bei Kindern mit Leukämie durch die Krankheit selbst, oder – wie bei anderen Krebskrankheiten auch – durch die medikamentöse Behandlung (Chemotherapie) gestört. Wenn die Plättchen vermindert sind, kann es zu spontan auftretenden und auch lebensbedrohlichen Blutungen kommen. Mit einer Plättchentransfusion kann die Plättchenzahl angehoben und die Blutungsgefahr abgewendet werden; manchmal bleibt aber der erwartete Anstieg aus. Die Gründe dafür waren bei Kindern und bei erwachsenen Patienten bis vor kurzem noch weitgehend unbekannt.


Der erste Teil des Projektes hat aber bereits zwei wichtige Erkenntnisse gebracht, nämlich dass der Blutgruppenzugehörigkeit bei der Transfusion von Plättchen eine weit wichtigere
Rolle zukommt, als bisher angenommen und dass eines der Verfahren zur Sammlung von Thrombozyten bei gesunden Spendern nach der Transfusion zu einem ungenügenden Anstieg führt. Dieses Verfahren wird seither im Inselspital nicht mehr angewandt. Beide Resultate dieser Studie sind – auch für erwachsene Patienten – von grosser praktischer Bedeutung und haben nach der Veröffentlichung der Daten aus Bern in Fachkreisen weltweit grosses Aufsehen erregt.


In der zweiten Etappe dieses Projektes suchen wir nun nach weiteren Gründen für den Erfolg oder Misserfolg einer Plättchentransfusion bei krebskranken Kindern. Aktuell wird der
günstigste Zeitpunkt für die Bestrahlung der Plättchen untersucht. Mittransfundierte weisse Blutkörperchen können im Körper des Patienten zu einer heftigen „Abstossungsreaktion“
führen, wie man sie nach nicht-autologer Knochenmarktransplantation kennt. Um die weissen Blutkörperchen in einer Thrombozytenspende „unschädlich“ zu machen, kann man sie
bestrahlen. Damit verlieren sie ihre Teilungs- oder Vermehrungsfähigkeit. Der günstigste Zeitpunkt für diese Bestrahlung ist bisher nicht untersucht worden, d.h. ob die Transfusion
bessere Resultate ergibt, wenn die Bestrahlung unmittelbar nach der Thrombozytenspende erfolgt oder erst kurz vor der Transfusion. Unsere bisherigen Untersuchungen haben zwar bereits erste Resultate ergeben. Diese müssen wir aber noch in einer prospektiven Untersuchung erhärten.


Auch mit der zweiten Etappe unseres Projektes verfolgen wir das Ziel, in naher Zukunft mit weniger Transfusionen noch mehr zu erreichen, zum Wohl unseren Patienten.