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Jahresbericht 2019/2020

 

Laborforschung

Nanopartikel für kindliche Sarkom Therapie

Liposomen sind geschlossene, sphärische Nanopartikel bestehend aus einer Phospholipiddoppelschicht. Sie sind biokompatibel, können vom Körper abgebaut werden. Liposomal verpackte Krebsmedikamenten können die systemischen Nebenwirkungen verringern. Fensteröffnungen in den Blutgefässen von Tumoren sind gut bekannt. Durch diese Fenster können große Moleküle wie Liposomen passiv ins Tumorgewebe eindringen und sich dort anreichern (engl. enhanced permeability and retention effect, EPR-Effekt). Allerdings verhindert die hohe Membranstabilität die vollständige Wirkstofffreisetzung. So ist die Wirksamkeit von liposomalem Doxorubicin nicht höher als das Standardmedikament.

Im Rahmen des Doktorandenprojekts von Dzhangar Dzhumashev im Forschungslabor der Abteilung Pädiatrische Hämatologie und Onkologie wird die Möglichkeit untersuchen, die lokale Wirkstoffkonzentration zu erhöhen, indem wir die Liposomen gezielt auf die Tumorzellen ausrichten. Ausgewählte Bindungsstellen (Peptide, Antikörper), die eine hohe Affinität zu erkrankten Zellen oder Geweben aufweisen, können in der Tat mit Medikamenten oder Makromolekülen wie Liposomen konjugiert werden und ihre Ladung relativ gezielt zum Tumor bringen.

In einem Projekt in Kooperation mit Wissenschaftlern aus Montpellier/Frankreich wurden Nanopartikel, so genannte PMO (porphyrin-based periodic mesoporous organosilica nanoparticles), mit einem AMFA Molekül, (analgue of mannose 6-phosphate functionalized at the anomeric position) bestückt, das dann an den Mannose-6 Phosphat Rezeptor auf der Tumorzelle bindet und erfolgreich dieses Konzept demonstriert.

 

CAR-T Zell Therapie für pädiatrische Sarkome

Die neuartige immunologische Krebstherapie «CAR-T cell therapy» ist in aller Munde. Sie wurde für die Behandlung von Leukämien und Lymphomen entwickelt. Inzwischen wird sie bei Kindern und Erwachsenen mit schwer behandelbaren Rückfällen dieser Erkrankungen eingesetzt.

Das PhD-Projekt von Andrea Timpanaro im Forschungslabor der Abteilung für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie hat zum Ziel eine CAR-T Zelltherapie für kindliche Sarkome zu entwickeln. 

Für diese neuartige Immuntherapie muss zunächst die Tumorzelle detailliert charakterisiert werden: die Oberflächeneigenschaften, d.h. die Antigene an der Membran, müssen identifiziert und überprüft werden, ob sie spezifisch für die Sarkome bei Kindern sind. Im Weiteren wird dann ein Peptid ausgewählt, welches sehr selektiv für kindliche Sarkomzellen ist. Für dieses Eiweissmolekül wird ein Antikörper gesucht, welcher anschliessend in einem Expressionssystem kloniert wird. Nach der Klonierung kann der Expressionsvektor in T-Zellen von Patienten, welche zuvor gesammelt werden, eingebracht so zu CAR-T Zellen umfunktioniert werden.

Die Berner Stiftung für Kinder- und Jugendliche mit Krebs unterstützt die beiden Projekte mit Personalkosten und mit der Übernahme von Materialkosten..

 

Klinische Forschung

Die «Brain fit» Studie - Train your brain

Im Rahmen der «Brain fit» Studie unter der Leitung von Prof. Dr. med. Kurt Leibundgut und Prof. Dr. Regula Everts, hat sich seit 2016 gemeinsam mit Kollegen des Universitätskinderspitals in Zürich eine Forschungsgruppe zusammengeschlossen, um herauszufinden

1.) wie sich eine zurückliegende Krebserkrankung langfristig auf wichtige Hirnfunktionen wie die Aufmerksamkeit oder das Gedächtnis auswirkt

2.) ob sich diese wichtigen Hirnfunktionen durch ein Gedächtnis- oder Sporttraining verbessern und

3.) wie sich im MRI die Struktur und die Funktionsweise des Gehirns nach einem Gedächtnis- oder Sporttraining verändern.

Die Brainfit-Untersuchung umfasst verschiedene Gedächtnis und Aufmerksamkeitstests und eine spezielle Magnetresonanz-Untersuchung (MRI) sowie sportwissenschaftliche und neuropsychologische Untersuchungen. Umfangreiche Daten sind bereits ausgewertet und publiziert. Mehr Informationen finden Sie im Jahresbericht 2019/2020

Die Berner Stiftung für Kinder- und Jugendliche mit Krebs unterstütze die Brainfit Studie mit Personalkosten.

 

SPOG 2015 FN Definition Studie

In der von Bern aus geleiteten interventionellen randomisierten Multizenterstudie, der SPOG 2015 FN Definition Studie, haben wir dann die Sicherheit dieses Vorgehens untersucht. Diese Studie rekrutierte zwischen von 2016 bis 2018 in 6 SPOG Zentren insgesamt 269 Patienten und untersuchte 360 FN Episoden. Wir konnten zeigen, dass eine Fiebergrenze von 39.0°C bezüglich Sicherheit nicht schlechter war als eine Grenze von 38.5°C.

Als Vorbereitung für eine geplante Analyse von Daten zur sogenannten TTA (time to antibiotics), der Zeit vom Fieberbeginn bis zum Start der Antibiotika, wurden daneben zwei systematische Literaturübersichten inkl. Metaanalyse durchgeführt. Weitere Analysen zu verschiedenen Themen werden aktuell durchgeführt. Mehr Informationen finden Sie im Jahresbericht 2019/2020

Die Berner Stiftung für Kinder- und Jugendliche mit Krebs unterstützt die Fieber in Neutropenie Forschungsgruppe mit Personalkosten.

 

Survivor Symposium am UCI, University Cancer Center Inselspital, Bern

Am 23.02.2020 hat im Auditorium Maurice E. Müller das erste interdisziplinäre Cancer Survivor Symposium zum Thema Nachsorge bei geheiltem Krebs im Kindes- und Jugendalter stattgefunden. Das Symposium stiess auf breites Interesse und wurde von Fachpersonen und Interessierten aus verschiedenen Bereichen besucht. Herr PD Dr. Ingo Menrath aus dem Universitätsklinikum Lübeck, Deutschland beschrieb die Umsetzung einer multidisziplinären Cancer Survivor Nachsorge für Kinder und Jugendliche, wie sie in Lübeck organisiert ist. Er berichtet auch über das CARE for CAYA Programm, ein Präventionsprogramm für jungen Menschen, die eine Krebserkrankung überstanden haben.
In einem weiteren Beitrag des Symposiums stellte Prof. Dr. med. Maria Wertli die Cancer Survivor Sprechstunde am Inselspital vor. In der Sprechstunde werden seit Oktober 2018 meist junge Menschen nach evidenzbasierten Empfehlungen kontrolliert und beraten. Die Sprechstunde findet an der Medizinischen Poliklinik der Universitätsklinik für Allgemeine Innere Medizin statt und ist in Zusammenarbeit mit der Pädiatrischen Hämatoonkologie und vielen Spezialfächern interdisziplinär aufgebaut.

Die Berner Stiftung für Kinder- und Jugendliche mit Krebs unterstützte das Symposium mit Reise- und Verpflegungskosten des internationalen Vortragenden.

 

Stipendium für Auslandsaufenthalt

Dr. Lukas Meyer- Landolt hat für seinen einjährigen Aufenthalt in Bristol / UK (vom 01.01. bis 31.12.2020) eine finanzielle Unterstützung erhalten. Nach seinem Medizinstudium in Bern und einer ersten Stelle im Spital Thun arbeitete er seit 2014 in der Kinderklinik Bern als Assistenzarzt. Nach 15 Monaten Arbeitserfahrung auf der pädiatrischen Hämatologie und Onkologie und nach Erreichen des pädiatrischen Facharzttitels hat er nun am Bristol Royal Hospital for Children in England ein Fellowship absolvieren können.

Die Berner Stiftung für Kinder- und Jugendliche mit Krebs unterstützte diesen Auslandsaufenthalt mit einem Stipendium.

 

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Jahresbericht 2019/2020

 

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Jahresbericht 2018/2019

 

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Den Jahresbericht 2015/2016 finden Sie unter diesem link

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Den Jahresbericht 2013/2014 finden Sie unter diesem link

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Den Jahresbericht 2011/2012 finden Sie unter diesem Link

Jahresbericht 2011/2012